Die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts brachte dem Harz einen geteilten Tourismus. Den Menschen aus dem Osten war der Zugang nach Braunlage, Bad Harzburg und Clausthal- Zellerfeld verwehrt und auch auf dem Brocken musste man zahlreiche Einschränkungen durch die Sicherungsanlagen an der innerdeutschen Grenze hinnehmen.

Da war man schon froh, wenn man als Ostdeutscher die Städte Gernrode, Bad Soderode, Thale und Wernigerode besuchen und seine Ausflüge von dort aus starten konnte. Einen Vorteil hatte man aber doch. Man konnte sich das Erlebnis einer Fahrt mit der Harzquerbahn gönnen. Waren die Züge voll besetzt, hatten es die kleinen Dampflokomotiven manchmal schwer, sich ihren Weg bergauf und bergab vorbei an romantischen Tälern und kräftig grünen Hängen zu bahnen.

Dennoch wurde der Harz als heilklimatische Zone genutzt und die vorhandenen Thermalquellen ebenfalls für kurative Anwendungen verwendet. Viele Ferienheime entstanden hier, in denen die Mitarbeiter der großen Betriebe und auch der Deutschen Reichsbahn mit ihren Kindern Urlaub machen konnten. Die Region zwischen Gernrode und Bad Suderode erfreute sich ganzjährig großer Beliebtheit und man musste schon Glück haben, wenn man einen der begehrten Urlaubsplätze ergattern wollte.

Auf der niedersächsischen Seite wird der Nationalpark Harz von Bad Harzburg, Braunlage und Clausthal- Zellerfeld begrenzt. Wer von hier aus zum Brocken startete, der durfte von Aussichtstürmen aus auch einmal einen Blick über den „Eisernen Vorhang“ werfen. Allerdings musste man auf die Romantik der Fahrt mit der Dampflok verzichten und sich mit dem Bus zum Ziel bringen lassen. Vom Tourismusverband wurde aber auch hier bei der Erschließung berücksichtigt, dass sich der Harz als ganzjähriges Ziel für einen gesunden und aktiven Urlaub eignet.



Author:
Torsten
Time:
Dienstag, Juli 21st, 2009 at 09:42
Category:
Deutschland
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