Das Gelbe Riff ist vielen Anglern zwar namentlich bekannt, aber viele wissen auch recht wenig darüber. Das Gelbe Riff liegt im Norden Dänemarks und ist kein Riff im eigentlichen Sinne des Wortes, sondern ein Hochplateau bzw. ein Unterwasserabhang, der ca. 30-40 Kilometer vor der Küste Norwestjütlands beginnt und nach Norwegen hin abfällt. Dabei erreicht das Gelbe Riff Wassertiefen von 20 m im Süden bis 150 m im Norden. Die tiefsten Stellen sind in der norwegischen Rinne bei ca. 700 m. Geangelt wird auf dem Gelben Riff nur von hochseetüchtigen Booten aus, die von Hanstholm und Hirtshals, aber auch von Tyborøn und Skagen aus abfahren. Es werden Tagestouren angeboten, aber auch Mehrtagestouren. Da durch den Wind immer wieder Fahrten ausfallen, ist es sinnvoll, eine Mehrtagestour zu buchen, so erhöht man seine Chancen wesentlich. Wie bei Fahrten mit dem Angelkutter üblich, sollte man auch hier am Vorabend nochmals den Skipper anrufen und nachfragen, ob die Tour auch wirklich statt findet. Sonst macht man eventuell die Anreise umsonst. Die Fangaussichten auf dem Gelben Riff sind beträchtlich.

Es werden hier viele Fische gefangen und es werden kapitale Fische gefangen. Die Chancen, den persönlichen Fisch seines Lebens zu fangen, sind nirgendwo größer, als hier. Auf jeder Tour werden kapitale Dorsche von über 20 Pfund gefangen, häufig auch welche von 30 Pfund und weit mehr. Aber auch der Köhler oder Seelachs ist hier heimisch und wird regelmäßig gefangen. Hat man einen Schwarm großer Köhler erwischt, kann man auch heute noch wahre Sternstunden erleben. Denn der Köhler tritt nicht nur als Schwarmfisch auf, sondern er kämpft auch wie ein Berserker. Spannende Drills sind also vorprogrammiert, wenn man einen Köhler hakt. Weitere Fisch sind der Lengfisch, der Pollack, der Schellfisch, der Katfisch und der Seeteufel. Leng und Pollack werden ebenfalls häufig gefangen, die anderen Fischarten sind eher seltenerer Beifang. Außerdem hat man die Möglichkeit, Makrelen, Lumb, Schollen und Steinbutt zu fangen. Da das Gelbe Riff ein etwas rauhes Gewässer ist - hier herrschen häufig starke Strömungen - und die Fische deutlich größer sind, als viele das von der Ostsee her kennen, benötigt man kräftige Ausrüstung. Eine 30 lbs Bootsrute, Multirolle und gute geflochtene Schnur sollten es schon sein. Die leichte Teleskoppilkrute kann man getrost zuhause lassen. Wichtig sind auch die Kleinmaterialien: nur beste Wirbel, Haken und Vorfächer sollten benutzt werden, denn diese werden im Drill stark belastet. Nichts ist ärgerlicher, als einen großen Fisch zu verlieren, weil man hier gespart hat. Beim Pilken verwendet man schlanke Pilker von 100 – 600 g und 1-2 Beifänger. Bei den Beifängern solle man darauf achten, dass diese wenig Volumen aufweisen. Großvolumige Beifänger bieten der Strömung viel Widerstand und werden schnell abgetrieben. Daher sind z.B. Gummimakks eine gute Wahl (Größen 8/0 bis 12/0). Auch sind viele Beifänger eher schädlich als nützlich. Denn es kommt häufig vor, dass mehrere Fische gleichzeitig gehakt werden. Wenn man dann einmal 3 oder mehr 15 Pfünder (oder schwerere) im Drill hat und diese in verschiedene Richtungen ziehen, ist Schnurbruch vorprogrammiert.

Aber auch mit nur einem Beifänger wird man seine Fischkiste füllen. Beim Naturköderangeln wird zumeist eine klassische Montage mit zwei Haken und 150 – 500 g Endblei eingesetzt. Diese Montagen sind auch wieder entsprechend groß dimensioniert. Als Köder werden Hering und Makrelen oder Filets daraus verwendet. Fängig sind auch Tintenfische oder Cocktails. Dorsche fressen gerne Taschenkrebse. Wer welche auftreiben kann, sollte es einmal damit versuchen. Grundsätzlich gilt beim Angeln auf dem Gelben Riff: volle Konzentration. Nicht nur wegen der schönen Fische, die man fangen kann, sondern auch, weil man ja nicht alleine ist auf dem Kutter. Es ist schon ärgerlich, wenn man gerade über einen Schwarm Großdorsche treibt, aber nicht angeln kann, weil man sich mit seinem Angelnachbarn vertüddelt hat. Da nicht mit einheitlichen Schnüren und Gewichten geangelt wird, sind auch die Driftverhalten unterschiedlich und es kann sein, dass man seinen Nachbarn fängt. Wer aufpasst und lieber einem etwas früher seinen Köder wieder einholt, hat länger seinen Köder im Wasser. Was braucht man sonst noch an Bord? Ein Gaff ist nicht notwendig, da meistens mehrere vorhanden sind. Aber wetterfeste Kleidung und Gummistiefel, sowie eine Mütze gegen den Wind sollte der Angler dabei haben. Bei einigen Kuttern ist Verpflegung im Preis inbegriffen, bei einigen nicht. Da sollte man sich vorher erkundigen, wie es auf dem Kutter geregelt ist, auf dem man gebucht hat. Auch seefeste Angler sollten Reisetabletten gegen Seekrankheit dabei haben, es kann jeden einmal erwischen. Das Angeln auf dem Gelben Riff ist nicht nur viel versprechend, es ist auch wunderschön. Wenn abends auf dem Heimweg die Sonne am Horizont versinkt und der Kutter über einen „Ententeich“ schippert, wird jeder wiederkommen wollen.



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admin
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Mittwoch, Juli 30th, 2008 at 01:16
Category:
Dänemark
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